Die Venusfliegenfalle findet man in einem Umkreis von 100 km um Wilmington (North Carolina/USA). Im feuchtwarmen Klima (Jahresniederschlag etwa 1300 mm), des nordöstlichen South Carolina und Süd-North Carolina, wächst Dionaea muscipula in recht sandigen, leicht sauren (pH-Wert 4-5) Sumpfgebieten. Im Sommer erreichen die Temperaturen 30°C und mehr. Die Winter fallen recht mild aus, mit nur geringen Minustemperaturen. Die Venusfliegenfalle ist, seit dem 1. Juni 1992, durch den Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommen streng geschützt. Die fortschreitende Zerstörung der natürlichen Lebensräume bleibt aber auch weiterhin ein großes Problem.
Pflanze:
Die wissenschaftl. Bezeichnung Dionaea kommt von Dione, der Mutter der griechischen Liebesgöttin Aphrodite. Dionaea muscipula ist eine rosettenbildende Pflanze mit etwa 15-30 cm Durchmesser. Die Venusfliegenfalle bildet ein Rhizom, dieses ist 10 bis 15 cm tief und ermöglicht der Pflanze das Überstehen von leichtem Frost.
Die Fallen werden 3 bis 3,5 cm groß, bei alten Pflanzen und guten Bedingungen auch bis zu 5 cm. Der Aufbau einer Falle besteht aus 2 gezahnten Blatthälften mit jeweils 15-20 Zähnen. Im Regelfall sind die Fallen grün und haben innen eine rote Farbe, vorausgesetzt die Pflanze erhält genügend Licht. Auf der Innenseite der Blatthälften befinden sich jeweils drei Fühlerhärchen welche, bei Berührung durch das Beutetier, die Falle auslösen. Die Verdauung dauert je nach Beutegröße zwischen ein paar Stunden bis zu 2 Wochen, im Normalfall 3 – 5 Tage. Die Fallen können sich nicht beliebig oft schließen und öffnen. Nach etwa 7 Schließungen beziehungsweise 3 Verdauungsprozessen stirbt das Blatt ab.
D. muscipula blüht von Mai bis Juli und der Blütenstiel wird circa 30 cm hoch. An einem Blütenstiel befinden sich 3 bis 10 Blüten, wobei sich selten mehr als 2 gleichzeitig öffnen. Die Blüte hat 5 weiße Blütenblätter und ist 2,5 – 3 cm groß. Nach der Bestäubung enthalten die Samenkapseln viele kleine, schwarze Samen, welche nach 6 Wochen reif sind.
Pflege:
Dionaea mag viel direktes Sonnenlicht, ansonsten findet keine Rotfärbung der Fallen-Innenseite statt. Im Sommer freut sich die Venusfliegenfalle über 14 Stunden Licht und möchte Temperaturen von 20-32°C, das Optimum sind 23-27°C. Nachts darf es gerne etwas kühler sein. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist wichtig, ca. 55 – 70% sind optimal. D. muscipula sollte demnach nicht in trockener Heizungsluft stehen, esser ist zum Beispiel die Pflege in einem offenen Terrarium beziehungsweise Aquarium. Gegossen wird im Sommer im Anstauverfahren, also immer über den Untersetzer Nachgiesen und das Substrat nie austrocknen lassen. Zum Giessen sollte nur destilliertes, entkalktes oder Regenwasser genutzt werden. Venusfliegenfallen sollte man, wie alle Moorpflanzen, niemals Düngen. Auch das “zufüttern”, vor allem mit totem “Futter”, sollte man unterlassen.
Im Winter will sie auch sehr viel Licht, bei Temperaturen um 5-10°C. Ein Überwintern bei etwa 15°C ist auch noch möglich. Wärmer sollte es im Schnitt jedoch nicht werden, da die Pflanzen sonst gerne eingehen. Im Winter, wegen der Schimmelgefahr, etwas weniger Luftfeuchtigkeit (45-60%?) und das Substrat leicht feucht halten, auch hier nie austrocknen lassen!
Als Substrat wird ungedüngter Weißtorf mit Sand oder Perliten (3:2) gemischt. Handelsübliche Blumenerde ist absolut ungeeignet. Absterbende Pflanzenteile lässt man am besten vertrocknen und trennt sie dann ab.
Vermehrung:
Die Samen der Venusfliegenfalle sind Lichtkeimer, sie werden nur auf das Substrat aufgestreut. Nach der Aussaat werden viel Licht, eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur um etwa 25°C gebraucht. Etwa drei bis fünf Wochen später sind die Samen gekeimt und es sind bereits kleine Pflänzchen daraus entstanden, bis zur endgültigen Größe brauchen sie aber etwa 4 Jahre. Sämlinge sollten die ersten zwei Jahre Durchkultiviert werden, da sie sehr empfindlich sind.
Schädlinge:
Schimmelpilz ist meist nur bei Zimmerhaltung ein Problem, durch zu hohe Luftfeuchte und schlechte Luftzirkulation. Zur Abhilfe sollte man die Pflanze an einen geeigneten Ort stellen und befallene Stellen entfernen.
Blattläuse können, bei kleineren Problemen mit Topfpflanzen, ganz ohne Chemie bekämpft werden. Dafür taucht man die Pflanze für etwa 30 bis 60 Minuten in Wasser unter, so werden die Blattläuse erstickt. Größeren Befall kann man mit verträglichen Insektiziden und Pflanzen-Schutzstäbchen (Wichtig: ohne Dünger) in den Griff bekommen.
Quellen:
http://www.fleischfressendepflanzen.de
Barthlott; Porembski; Seine; Theisen: Karnivoren – Biologie und Kultur (2004)
Adrian Slack: Carnivorous Plants (2000)







